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100 Jahre AWO Jubiläum: Marie-Juchacz-Straße in Mönchengladbach-Güdderathträgt 28 Jahre nach ihrer Benennung nun Zusatzschilder

Anlässlich des 100. Geburtstages der Arbeiterwohlfahrt in diesem Jahr hat der AWO Kreisverband Mönchengladbach im Rahmen seines Festaktes „100 Jahre AWO“, vergangenen Oktober der Stadt Mönchengladbach Zusatzschilder für die Marie-Juchacz-Straße in Güdderath geschenkt. Diese sind in einer kleinen Zeremonie am Montag, den 16. Dezember 2019, durch den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, Hans Wilhelm Reiners, sowie den Vorsitzenden des AWO Präsidiums, Norbert Bude, feierlich enthüllt worden. Die Benennung der Marie-Juchacz-Straße in Mönchengladbach-Güdderath ist bereits 1991 durch den Rat der Stadt Mönchengladbach beschlossen worden. Der Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners freute sich deshalb über das Geschenk der Arbeiterwohlfahrt. „Ich persönlich finde es immer spannend zu lesen, was auf die Zusatzschildern unter Straßennamen steht. Das was die AWO um ihre Gründerin Marie Juchacz in den vergangenen 100 Jahren geleistet hat, hat immer das „wir“ und das „ihr“ in den Mittelpunkt gestellt und weniger das „ich“. Und auch heute ist die AWO ein verlässlicher, sozialer Partner der Stadt Mönchengladbach. Ich hoffe sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger, die in Güdderath unterwegs sind, nun des Öfteren mal stehen bleiben, um zu lesen, wer diese wichtige Namensgeberin der Straße gewesen ist. “ Zu dem Teilnehmerkreis vor Ort zählten zudem Uwe Bohlen, AWO Vorstand in Mönchengladbach, die Bezirksvorsteherin des Mönchengladbacher Südens, Barbara Gersmann, sowie Hans Willi Körfges, Mitglied des NRW Landtags und seine Mutter Annemarie Körfges, die mit ihren 90 Jahren zu den dienstältesten aktiven AWO-Mitgliedern in Mönchengladbach zählt. Barbara Gersmann lobte in dem Zusammenhang die AWO als Verband, der starke Frauen hervorgebracht hat, die geschichtliche Zeichen gesetzt haben. Die Zusatzschilder tragen folgenden Text: Marie Juchacz 15.3.1879 –28.1.1956 Sozialreformerin, Sozialdemokratin, Frauenrechtlerin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (1919) Norbert Bude, Vorsitzender des AWO Präsidiums, freute sich zudem, dass ebenfalls die Sozialdezernentin der Stadt Mönchengladbach, Dörte Schall, einige Mitglieder der AWO, sowie ihres Präsidiums, AWO Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Hildegard Wester, ehemalige SPD Bundestagsabgeordnete unter den Gästen waren. Die zwei Zusatzschilder, die nun an der Marie-Juchacz-Straße hängen, wurden freundlicherweise durch mags –Mönchengladbacher Abfall-, Grün-und Straßenbetriebe –produziert und angebracht. Zu Marie Juchacz: Marie Juchacz gehört zu den bedeutenden Frauen der deutschen Geschichte. Sie gründete die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und war von 1919 bis 1933 deren Vorsitzende. Sie gehörte zu den Frauen, die in Deutschland gegen erbitterten Widerstand das Frauenwahlrecht erstritten. Geboren wurde Marie Juchacz als Marie Gohlke am 15. März 1879 in Landsberg/Warthe. Nach jahrelanger Arbeit als Dienstmädchen, Fabrikarbeiterin, Krankenhelferin und Näherin und einer kurzen Ehe ging sie 1906 nach Berlin. 1908 wurde sie dort Mitglied der SPD. Marie Juchacz wurde später in die verfassungsgebende Weimarer Nationalversammlung gewählt und sprach am 19. Februar 1919 als erste Frau vor einem deutschen Parlament. Das sollte die deutsche Geschichte für immer verändern. Bis 1933 blieb sie als führende Sozial-und Frauenpolitikerin der SPD Mitglied des Reichstags. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh sie in die USA. 1949 kehrte sie aus dem Exil nach Deutschland zurück und wurde Ehrenvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt. 1956 verstarb sie in Düsseldorf. Marie Juchacz wurde 76 Jahre alt.

 
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